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Proteste in Bahrain ab 2011
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Die Proteste in Bahrain seit 2011 richten sich gegen die politische FĂŒhrung im Königreich Bahrain. Sie sind Teil des Arabischen FrĂŒhlings. Die Protestwelle begann am 14. Februar 2011. Die Hauptforderungen der Demonstranten sind ein Regierungswechsel, eine neue Verfassung, ein Ende der Menschenrechtsverletzungen sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen. Auch den MinisterprĂ€sidenten und die Regierung wollen die Menschen kĂŒnftig direkt wĂ€hlen können.
Die Zahl der Protestanten wird auf 150.000cite-ref-bici-1-0[1] bis 300.000 geschĂ€tzt.cite-ref-pomed-18-7-2011-2-0[2] Von den rund 30 bis 40.000 eingesetzten SicherheitskrĂ€ften stammen viele aus Pakistan und anderen sunnitischen Staaten und wurden teilweise speziell zur UnterdrĂŒckung der Proteste angeworben.cite-ref-voa-17-8-2012-3-0[3] 1.500 Soldaten wurden von den NachbarlĂ€ndern im Rahmen des Peninsular Shield Force des Golf-Kooperationsrats entsandt.cite-ref-4[4]
Es kam zu rund 3.000 Verhaftungen.cite-ref-aljazeera-8-0[8] Inhaftierte wurden offenbar systematisch gefoltert, um GestĂ€ndnisse zu erzwingen.cite-ref-9[9]cite-ref-voa-17-8-2012-3-1[3]cite-ref-10[10]cite-ref-local-report-11-0[11] Eine Reihe von Demonstranten wurden in der Folge zur Todesstrafe verurteilt.cite-ref-english-voiceofbahrain-org-12-0[12] Mindestens fĂŒnf Personen starben an der Folter wĂ€hrend des Polizeigewahrsams, darunter die Journalisten Karim Fakhrawi und Zakariya Rashid Hassan al-Ashiri.cite-ref-bici-1-1[1]cite-ref-hrw-13-0[13]cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
4.500 Personen wurden aufgrund ihrer Teilnahme an den Protesten an ihren ArbeitsplĂ€tzen entlassen,cite-ref-bici-1-2[1] 500 Personen wurden des Landes verwiesencite-ref-ngos-16-0[16] und 500 Studenten vom Studium ausgeschlossen.cite-ref-bici-1-3[1] Elf Personen wurde die StaatsbĂŒrgerschaft entzogen.cite-ref-17[17]
Contents
âą Hintergrund
âą Verlauf
âą 2011
âą 2012
âą 2013
âą 2014
âą August 2013
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Hintergrund
Bahrain ist eine Monarchie mit konstitutionellem Charakter. Der König ernennt die Regierung sowie die Mitglieder des Oberhauses. Er kann jederzeit das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Das Königshaus gehört der sunnitischen Richtung des Islams an,cite-ref-birgit-svensson-18-0[18] wÀhrend rund 70 % der Muslime in Bahrain Schiiten sind. Religiöses Oberhaupt der hiesigen Schiiten ist Ajatollah Isa Qassim.
Insbesondere in den letzten Jahren wurden Anstrengungen unternommen, die Wirtschaft zu diversifizieren. So sollte eine stabile und unabhĂ€ngige Entwicklung auch fĂŒr die Zukunft ermöglicht werden. Dabei wurde gleichzeitig die Arbeitslosenquote von 16 % (2006) auf unter 4 % (2011) gesenkt.cite-ref-19[19] Das Gesundheitswesen ist genauso wie das Bildungswesen frei zugĂ€nglich und gut entwickelt.
54 % der Bevölkerung Bahrains sind auslÀndische Arbeitnehmer, der Rest sind Bahrainer, von denen ungefÀhr zwei Drittel schiitisch sind.cite-ref-juan-cole-20-0[20] Die auslÀndischen Arbeitnehmer sind vorwiegend im Niedriglohngewerbe als Bauarbeiter, Fabrikarbeiter und VerkÀufer beschÀftigt. Die meisten stammen aus asiatischen LÀndern wie Bangladesch, Indien und Pakistan.cite-ref-suad-hamada-21-0[21]
Im Gebiet um den Persischen Golf befinden sich fast zwei Drittel der weltweit nachgewiesenen ErdölvorrĂ€te und 45 % der weltweiten GasvorrĂ€te.cite-ref-juan-cole-20-1[20] Bahrain ist ĂŒber einen Damm mit dem östlichen Teil Saudi-Arabiens verbunden, dessen regionale Bevölkerung ebenfalls mehrheitlich schiitisch ist.cite-ref-22[22] In diesem Teil Saudi-Arabiens befinden sich die gröĂten Ălvorkommen des Landes.
Hinter einem hÀufig als religiös beschriebenen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten verbergen sich eher politische, soziale und wirtschaftliche Ursachen.
Die schiitisch-muslimische Bevölkerungsmehrheit hat es schwer, eine Anstellung oder auch angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zu finden. Von staatlichen Anstellungen bei Ministerien, Polizei oder Armee sind sie weitgehend ausgeschlossen. Unter bahrainischen Beamten und Sunniten gibt es einen Argwohn gegenĂŒber den Schiiten hinsichtlich ihrer nationalen LoyalitĂ€t und wegen ihrer Glaubensgenossen im Iran und im Irak.cite-ref-leukefeld-23-0[23]cite-ref-24[24] Der Anteil der Schiiten in höheren staatlichen Positionen sank in den vergangenen zehn Jahren von 30 Prozent auf zehn Prozent. Bei den SicherheitskrĂ€ften sind sogar nur zwei Prozent Schiiten. Dem Premierminister, der seit 40 Jahren ununterbrochen im Amt ist und ein Onkel des Königs ist, wird vorgeworfen, die Wahlbezirke so aufgeteilt zu haben, dass die schiitische Bevölkerungsmehrheit nicht die Mehrheit im durch Wahlen bestimmten Unterhaus erhalten kann. Obwohl die Schiiten knapp 70 Prozent der StaatsbĂŒrger stellen, entfallen von den 40 Sitzen im Unterhaus nur 18 auf schiitische Gruppierungen.cite-ref-birgit-svensson-18-1[18]
Wiederholt wurden gegen Demonstranten die Nationalgarde und einige SondereinsatzkrĂ€fte eingesetzt. Diese Einheiten bestehen zum ĂŒberwiegenden Teil aus NeuzuzĂŒgern aus dem sunnitischen Ausland (Pakistan, Jemen, Syrien, Jordanien), die nun mit ihren Familien in Bahrain leben und nicht selten zu StaatsbĂŒrgern Bahrains geworden sind.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-hottinger-27-0[27]
Im Vorfeld der fĂŒr den 23. Oktober 2010 angesetzten Wahlen zum Abgeordnetenhaus ging die Regierung massiv gegen die Opposition vor. Nach zahlreichen Festnahmen kam es zu teilweise gewaltsamen Protesten oppositioneller Jugendlicher. AnwĂ€lte der in diesem Zusammenhang Inhaftierten erhoben FoltervorwĂŒrfe gegen die Behörden.cite-ref-leukefeld-23-1[23]cite-ref-hottinger-27-1[27]
Bahrain beherbergt die 5. US-Flotte, die wichtigste militÀrische Streitmacht in der Region.
Verlauf
2011
11. bis 19. Februar
Angesichts des Arabischen FrĂŒhlings erhöhte die bahrainische Regierung die Sozialausgaben und kĂŒndigte die Freilassung einiger schiitischer Regimekritiker an, die ein halbes Jahr zuvor bei einer Razzia inhaftiert worden waren. Nach Aufrufen zu Protesten in Bahrain zum zehnten Jahrestag der bahrainischen Verfassung kĂŒndigte König Hamad ibn Isa Al Chalifa am 11. Februar an, fĂŒr den 14. Februar, den Jahrestag der Verabschiedung der National Action Charter, jeder Familie 1000 Bahrain-Dinar (ca. 2000 âŹ) zu geben.cite-ref-28[28]
Bei den angekĂŒndigten Demonstrationen am 14. Februar kam es zu ZusammenstöĂen zwischen Demonstranten und SicherheitskrĂ€ften, die TrĂ€nengas und Gummigeschosse einsetzten, wobei ein Demonstrant zu Tode kam. Tags darauf, wĂ€hrend des Trauerzuges fĂŒr den Getöteten, erlitt ein weiterer Demonstrant durch Schrotmunition der Polizei tödliche Verletzungen. Daraufhin kĂŒndigte die mit 18 Sitzen im 40-köpfigen Parlament vertretene Partei al-Wifaq an, ihre Teilnahme im Parlament auszusetzen.cite-ref-14-feb-29-0[29]cite-ref-30[30]
Ăhnlich der Besetzung des Tahrir-Platzes in Kairo wĂ€hrend der Revolution in Ăgypten 2011 wurde in Bahrains Hauptstadt Manama im weiteren Verlauf der Proteste der Perlenplatz besetzt, was vorerst geduldet wurde. Am frĂŒhen Morgen des 17. Februar rĂ€umten Nationalgarde und die bei Demonstrationen eingesetzte Polizei (englisch: riot police) den Platz. Dabei wurden fĂŒnf Menschen von den SicherheitskrĂ€ften erschossen und mehr als 200 verletzt. Im Zentrum von Manama wurden Panzer auf zentralen StraĂen und PlĂ€tzen postiert und weitere ungenehmigte politischen Kundgebungen dort nicht mehr toleriert.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]cite-ref-sch-ngelogen-33-0[33]
An der Beerdigung der bei der RĂ€umung des Perlenplatzes getöteten Demonstranten nahmen rund 15.000 Menschen teil. Dabei wurden Rufe nach dem Tod des Königs laut.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Als tags darauf die Herrscherfamilie das MilitĂ€r anwies, die StraĂen Manamas und anderer Ortschaften zu verlassen, zogen am Abend tausende Menschen zum Perlenplatz in Manama.cite-ref-36[36]
21. bis 27. Februar
Wegen der anhaltenden Proteste in Bahrain wurde der ursprĂŒnglich am 13. MĂ€rz vorgesehene Grand Prix von Bahrain der Formel 1 abgesagt.cite-ref-37[37]
König Hamad ibn Isa Al Chalifa begnadigte am 22. Februar mehrere hundert Menschen, zu denen auch 23 Schiiten gehörten, die seit letztem Jahr in Untersuchungshaft waren wegen UmsturzplĂ€nen und Mitgliedschaft in einem terroristischen Netzwerk.cite-ref-begnad-40-0[40] Der Blogger Ali Abdulemam, der auch auf Global Voices Online schreibt, kam ebenfalls frei.cite-ref-41[41] Im Laufe des Tages versammelten sich mehrere tausend Menschen beim bisher gröĂten Protestmarsch gegen die Regierung in der Hauptstadt Manama und marschierten in Richtung Perlenplatz.cite-ref-42[42]
Der exilierte schiitische OppositionsfĂŒhrer Hassan Muschaima kehrte am 26. Februar nach Manama zurĂŒck. Muschaima gilt als Kopf der Gruppierung Haqq, die als radikaler gilt als der gröĂte schiitische Oppositionsblock im Abgeordnetenhaus al-Wifaq, der die Proteste in Bahrain bislang anfĂŒhrte. Muschaima war zusammen mit anderen schiitischen Aktivisten vorgeworfen worden, er habe an einem Sturz des bahrainischen Regimes gearbeitet.
Am 26. Februar wurde die Regierung umgebildet. Die Minister fĂŒr Gesundheit und fĂŒr Wohnen wurden abgelöst. Neuer Minister fĂŒr Wohnen wurde Madschid al-Alawi, ein frĂŒherer Antiregierungsaktivist, der unter anderem einen Mindestlohn fĂŒr Bahrainer eingefĂŒhrt hatte und wĂ€hrend dessen Zeit als Minister die Arbeitslosigkeit stark zurĂŒckgegangen war. Neuer Minister fĂŒr Gesundheit wurde Nizar al-Baharna, der diese Aufgabe zusĂ€tzlich zu seiner Aufgabe als AuĂenminister ĂŒbernahm. Der Minister ist Schiit. Der Minister fĂŒr Kabinettsangelegenheiten, Ahmed bin Atiyyatullah Al Chalifa, ein Mitglied der königlichen Familie und angeblich Anstifter der Bandargate-AffĂ€re, wurde abgelöst. Die geplante Zahl der jĂ€hrlich von der Regierung zu errichtenden GebĂ€ude wurde von 2.000 auf 8.000 bis 10.000 erhöht und die Hypothekendarlehen fĂŒr von der Regierung gestellten Wohnraum (englisch: government housing loans) um 25 Prozent reduziert.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]
1. MĂ€rz bis 13. MĂ€rz
Am Abend des 2. MĂ€rz fand eine Pro-Regierungsdemonstration statt, die nach Angaben des staatlichen bahrainischen Fernsehens 300.000 Teilnehmer umfasste.cite-ref-47[47] Nach wie vor dauerten die Antiregierungsproteste an.
Am spĂ€ten Abend des 3. MĂ€rz kam es in Madinat Hamad zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen OppositionsanhĂ€ngern und solchen Bahrainis, die erst seit Kurzem die bahrainische StaatsbĂŒrgerschaft besitzen.cite-ref-48[48]
Die drei schiitischen Oppositionsgruppen Wafa, Haqq und Bahrain Freedom Movement hatten am 8. MĂ€rz eine sogenannte âCoalition for a Bahraini Republicâ gegrĂŒndet, die als Regierungsform fĂŒr Bahrain eine Republik anstrebt und die Monarchie stĂŒrzen will. Die im Parlament vertretene Partei al-Wifaq und andere Oppositionsgruppen gingen nicht so weit und forderten gröĂere Reformen einschlieĂlich eines gewĂ€hlten Parlaments âmit vollstĂ€ndiger gesetzgebender Gewaltâ.cite-ref-49[49]
Am 10. MĂ€rz wurde bekannt, dass der Golf-Kooperationsrat Bahrain 10 Milliarden Dollar ĂŒber einen 10-Jahres-Zeitraum bereitstellen wird, um den Wohnungsbestand und die Infrastruktur auszubauen.cite-ref-50[50]
Nach den Freitagsgebeten kam es am 11. MĂ€rz erneut zu Demonstrationen, an denen sich etwa 8000 Menschen beteiligten. Die bahrainische Polizei verhinderte zunĂ€chst, dass sunnitische Gegendemonstranten eingreifen konnten. Nachdem die Demonstration friedlich beendet war, kehrten mehrere hundert Schiiten in die NĂ€he des Königspalastes zurĂŒck, wo es zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten kam.cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]
Nach den ZusammenstöĂen zwischen Demonstranten und der bahrainischen Polizei demonstrierten am 12. MĂ€rz 30.000 Menschen in der Stadt Safriyya, die sich nördlich von Manama befindet. Dabei wurde das Vorgehen der Polizei vom Vortag sehr stark kritisiert. In Safriyya befindet sich einer der KönigspalĂ€ste.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54]
Ausnahmezustand
Am frĂŒhen Morgen des 14. MĂ€rz forderten Abgeordnete des bahrainischen Parlaments die Ausrufung des Ausnahmezustandes.cite-ref-57[57]
Nach einem Hilferuf der bahrainischen Regierung entsandte der Golfkooperationsrat in einer Anfangsphase 2000 Soldaten und Polizisten (1200 aus Saudi-Arabien und 800 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten) nach Bahrain.cite-ref-focus-de-58-0[58]cite-ref-59[59] Die bahrainische Opposition wertete dies als KriegserklÀrung sowie als eine Besatzung durch auslÀndische Truppen.cite-ref-60[60]cite-ref-61[61]
König Hamad ibn Isa Al Chalifa rief am 15. MĂ€rz einen dreimonatigen Ausnahmezustand nach Artikel 36 der Verfassung aus (der beliebig oft teilweise oder komplett erneuert werden kann)cite-ref-62[62] und ermĂ€chtigte den Chef der Nationalen StreitkrĂ€fte, âalle MaĂnahmen einzuleiten, um die Sicherheit des Landes und seiner BĂŒrger zu schĂŒtzenâ.cite-ref-63[63] Am Abend wurden in Sitra sĂŒdlich von Manama 200 Schiiten durch sunnitische SchlĂ€ger mit SchĂŒssen verletzt.cite-ref-64[64]
Tags darauf lieĂ die Regierung den Perlenplatz und weitere Orte mit gepanzerten Fahrzeugen gewaltsam rĂ€umen. Dabei starben drei Demonstranten, drei Polizisten und ĂŒber hundert Demonstranten wurden verletzt. Bahrainische SicherheitskrĂ€fte drangen ins Salmaniyya-Krankenhaus ein, wo viele verletzte Demonstranten behandelt worden waren.cite-ref-65[65]cite-ref-66[66] Der bis dahin verantwortliche schiitische Gesundheitsminister Nizar al-Baharna trat von seinem Amt zurĂŒck, nachdem er Zeuge von Misshandlungen an Menschen in einem FlĂŒgel des Krankenhauses geworden war. Der schiitische Wohnungsminister âboykottierteâ die Regierung und zwölf Richter des schiitischen Berufungsgerichts legten ihr Amt nieder unter Hinweis auf âdie blutigen Ereignisseâ und den âGebrauch von maĂloser Gewalt und von Waffenâ.cite-ref-67[67] Als Mitarbeiter der Organisation Ărzte ohne Grenzen spĂ€ter das Krankenhaus besuchten, war das Krankenhaus praktisch leer. Verletzte berichteten, sie seien von Soldaten geschlagen worden. Andere Patienten wurden festgenommen, nachdem deutlich geworden war, dass ihre Verletzungen mit den Protesten in Verbindung standen. Ărzte ohne Grenzen beklagte, Verletzungen wĂŒrden dazu genutzt, Demonstranten zu identifizieren und sie dann zu verhaften. Es werde besonders nach Schussverletzungen durch Polizei- und MilitĂ€reinsĂ€tze gesucht. Die Verweigerung medizinischer Behandlung nutze der Staat dazu, die Bevölkerung von Protesten abzuhalten.cite-ref-68[68]
Am 17. MĂ€rz wurden sieben OppositionsfĂŒhrer verhaftet.cite-ref-reuters-18-69-0[69]
Am 18. MĂ€rz wurde auf dem Perlenplatz das Perlenmonument auf Anweisung der Regierung abgerissen.cite-ref-70[70]
Der AuĂenminister gab am 19. MĂ€rz bekannt, dass drei oder vier Golfstaaten weitere SicherheitskrĂ€fte schicken wĂŒrden und dass sie nur zum Schutz, etwa von Ălanlagen, eingesetzt wĂŒrden und nicht zur UnterdrĂŒckung von Protesten.cite-ref-reuters-18-69-1[69]
In den nachfolgenden Tagen wurde die Normalisierung der ZustĂ€nde vorbereitet. Es wurde laut BNA in den Ministerien, in den öffentlichen Einrichtungen und den Schulen so weit wie möglich Schritt fĂŒr Schritt der geregelte Betrieb aufgenommen.
Nach Verhandlungen mit der Regierung kĂŒndigte der Gewerkschaftsdachverband (General Federation of Bahrain Trade Unions) am 22. MĂ€rz an, seinen geplanten landesweiten Streik abzusagen.cite-ref-71[71]
Zeitungsberichte, wonach der Emir von Kuwait zwischen der Regierung von Bahrain und der Opposition vermittle, wurden am 28. MĂ€rz vom AuĂenminister Bahrains mit den Worten dementiert, dass vorhergehende BemĂŒhungen von der Opposition nicht beantwortet worden seien und das GesprĂ€chsangebot mit der VerhĂ€ngung des Ausnahmezustandes geendet habe. Der Golf-Kooperationsrat hatte noch am 27. MĂ€rz die Vermittlung begrĂŒĂt.cite-ref-72[72]
Am 29. MĂ€rz entschied das Unterhaus, den RĂŒcktritt von 11 der insgesamt 18 Abgeordneten der Partei al-Wifaq von ihrem Mandat anzunehmen. Diese Abgeordneten verloren daraufhin ihre parlamentarische ImmunitĂ€t, nachdem sie am 15. Februar ihre Teilnahme im Parlament ausgesetzt hatten.cite-ref-73[73]
Am 3. April 2011 verbot das Innenministerium kurzzeitig die gröĂte Oppositionszeitung des Landes al-Wasat,cite-ref-verboten-74-0[74] nachdem der Zeitung Falschmeldungen ĂŒber die Situation im Lande vorgeworfen worden waren.cite-ref-75[75] Am 4. April, nachdem der GrĂŒnder und Chefredaktor Mansur al-Dschamri sowie der geschĂ€ftsfĂŒhrende Direktor und der Chef des innenpolitischen Ressorts gekĂŒndigt worden waren, erschien die Zeitung wieder.cite-ref-regierungskurs-76-0[76]
Mit der Niederschlagung der Demonstrationen in der Hauptstadt Manama Mitte MĂ€rz setzte eine Verhaftungswelle ein, wĂ€hrend der laut The Washington Post vom 22. April 2011 bis zu 1200 Menschen festgenommen wurden. Laut Gewerkschaftsangaben wurden zumindest 920 Menschen aus ihrem Job entlassen, weil sie an Demonstrationen teilgenommen hatten. Vier HĂ€ftlinge kamen laut Angaben von Menschenrechtsorganisationen im Polizeigewahrsam ums Leben. In einem Bericht der amerikanischen Organisation Ărzte fĂŒr Menschenrechte (Physicians for Human Rights/PHR) vom 22. April 2011 sind die Namen von mehr als 30 Ărzten und anderen medizinischen Helfern aufgelistet, die wĂ€hrend der Unruhen verschleppt wurden und bis dato immer noch vermisst sind. In dem Bericht werden unter anderem die schwere Misshandlung von sechs Ărzten des Salmaniyya-Krankenhauses, die Verschleppung und Folterung von Patienten und die zeitweise Ăbernahme von KrankenhĂ€usern durch das MilitĂ€r beschrieben. Die bahrainischen Behörden nahmen zu den VorwĂŒrfen nur ausweichend Stellung und rechtfertigten sich meist damit, dass âmilitante KrĂ€fteâ die KrankenhĂ€user als âStĂŒtzpunkteâ fĂŒr ihre AktivitĂ€ten genutzt hĂ€tten.cite-ref-77[77]
Nach Aufhebung des Ausnahmezustandes
Der Ausnahmezustand in Bahrain wurde zum 1. Juni 2011 aufgehoben.cite-ref-78[78]
Am 4. August strahlte Al Jazeera English eine 50-minĂŒtige Dokumentation mit dem Namen âBahrain: Shouting in the darkâ zu den Protesten in Bahrain aus. Der katarische Sender war zuvor fĂŒr seine mangelnde Berichterstattung aus Bahrain harsch kritisiert wurden, zumal er die Proteste in Tunesien und Ăgypten sehr aktiv verfolgt hatte. Die Dokumentation wurde auf dem arabischen Sender von Al Jazeera nicht ausgestrahlt, fĂŒhrte aber trotzdem zu Spannungen zwischen Katar und Bahrain.cite-ref-79[79]cite-ref-80[80]
Am 24. September gab es die erste Runde der Nachwahlen zur 40-sitzigen Volksvertretung, da verschiedene schiitische Abgeordnete im FrĂŒhjahr ihre Mandate niedergelegt hatten. Die Schiiten wurden von den OppositionsfĂŒhrern zum Boykott der Abstimmung aufgerufen.cite-ref-81[81]
Am 29. September 2011 verhĂ€ngte ein Sondergericht Haftstrafen von jeweils 15 Jahren fĂŒr 13 Ărzte und Pflegerinnen, die das Salmaniyya-Krankenhaus (Salmaniya Medical Complex) vor dem Ausnahmezustand besetzt hatten. Sieben weitere Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen erhielten GefĂ€ngnisstrafen zwischen fĂŒnf und zehn Jahren.cite-ref-82[82]cite-ref-83[83]
Am 18. November starb bei Protesten ein 16-JĂ€hriger, nachdem er von einem Fahrzeug der Polizei angefahren worden war, das womöglich auf einem bewusst angelegten Ălteppich ins Schleudern geraten war.cite-ref-84[84]
Am 15. Dezember ereigneten sich in Diraz, dem Wirkungsort von Ajatollah Isa Qassim, ZusammenstöĂe zwischen Demonstranten und Polizei, bei denen auch TrĂ€nengas eingesetzt wurde. Dabei wurden auch viele Demonstranten festgenommen.cite-ref-orftr-nengas-85-0[85]
Am 31. Dezember kam erneut ein Jugendlicher zu Tode; der 15-JÀhrige war bei Demonstrationen gegen die Regierung wegen ausbleibender Reformen von einem TrÀnengaskanister im Brustbereich getroffen worden und daraufhin im Krankenhaus an den Folgen verstorben.cite-ref-86[86]
2012
Am 15. Januar 2012 gab König Hamad ibn Isa Al Chalifa bekannt, den Empfehlungen des âForums fĂŒr nationalen Dialogâ nachzukommen und eine Verfassungsreform durchzufĂŒhren. Die VorschlĂ€ge sehen vor, dass zukĂŒnftig neue Gesetze dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden.cite-ref-nzzk-ndigt-87-0[87]
Am 22. April wurde in As-Sachir das Formel-1-Rennen durchgefĂŒhrt. Im Jahr zuvor war es wegen der Proteste abgesagt worden. Im Umfeld des diesjĂ€hrigen Rennens kam es zu den bisher gröĂten Protesten. Ein Mensch wurde nach offiziellen Angaben getötet.
2013
Anfang August 2013 beschloss das zum König loyale Parlament massive EinschrĂ€nkungen von Versammlungsrecht und Meinungsfreiheit, der König verschĂ€rfte in zwei Erlassen gleichzeitig die Strafen fĂŒr âTerrorismusâ. Die Opposition erklĂ€rte im Vormonat den vom König ausgerufenen ânationalen Dialogâ mit dem Ziel gesellschaftlicher Reformen fĂŒr âklinisch totâ und kĂŒndigte fĂŒr den 14. August, den UnabhĂ€ngigkeitstag, Proteste an. Die Polizei riegelte daraufhin schiitische Dörfer ab und ging mit TrĂ€nengas und Schrotkugeln gegen die Demonstranten vor.cite-ref-88[88]
Am 30. August wurde auf einer Demonstration in einem schiitischen Dorf in HauptstadtnĂ€he, die von der Jugend der oppositionellen Bewegung 14. Februar organisiert wurde, ein Ende von âDiktaturâ und âTyranneiâ gefordert. Die Kundgebung hatte mehrere tausend Teilnehmer. An den vorherigen Tagen kam es in von Schiiten bewohnten Orten zu Ausschreitungen, nachdem die Polizei friedliche Kundgebungen aufgelöst hatte. Bei der Detonation einer Autobombe in einem schiitischen Dorf in HauptstadtnĂ€he wurden vier Polizisten verletzt.cite-ref-89[89]
Am 29. September verurteilte ein Gericht 50 Mitglieder der Bewegung 14. Februar zu Haftstrafen von 5 bis 15 Jahren. Zwei ihrer AnfĂŒhrer, der irakische Geistliche Sajed Hadi al-Modarresi und der in London lebende Saeed al-Schahabi, wurden in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt.cite-ref-90[90] Der ChefanklĂ€ger Bahrains erklĂ€rte die Gruppe zur âterroristischen Vereinigungâ.cite-ref-91[91] Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf der US-Administration aus diesem Anlass vor, die schweren Menschenrechtsverletzungen in Bahrain aus bĂŒndnispolitischen ErwĂ€gungen zu ignorieren.cite-ref-92[92] Der AnfĂŒhrer der oppositionellen Partei Wifak, Chalil al-Marsuk, wurde bereits am 17. September festgenommen.cite-ref-93[93]
Im Oktober 2013 startete die Menschenrechtsvereinigung Bahrain Watch eine Kampagne gegen den Verkauf und die Lieferung von TrĂ€nengas an die Polizeibehörden Bahrains.cite-ref-jada-94-0[94] Die UN-Menschenrechtskommission kritisierte bereits im MĂ€rz 2012 den exzessiven Einsatz von TrĂ€nengas durch Bahrains PolizeikrĂ€fte,cite-ref-95[95] der auch zu zwei TodesfĂ€llen gefĂŒhrt hat.cite-ref-96[96] Nachdem die USA im Mai 2012 die Lieferung von TrĂ€nengas nach Bahrain einstellten,cite-ref-97[97] beziehen die Behörden nach Informationen von Bahrain Watch das TrĂ€nengas jetzt von den Firmen DaeKwang Chemical Company Ltd und Korea C.N.O. Tech Ltd aus SĂŒdkorea sowie von der deutsch-sĂŒdafrikanischen Firma Rheinmetall Denel.cite-ref-jada-94-1[94]
2014
Am 7. Januar untersagte die sĂŒdkoreanische RĂŒstungsexportbehörde DAPA die Lieferung einer groĂen Menge von TrĂ€nengas nach Bahrain und begrĂŒndete dies mit der dortigen innenpolitischen Situation, insbesondere der lebensgefĂ€hrdenden EinsĂ€tze der bahrainischen Polizei gegen Demonstranten.cite-ref-98[98]cite-ref-99[99]
Im Februar wurden aus Anlass des dritten Jahrestags der Unruhen an drei aufeinanderfolgenden Tagen Demonstrationen organisiert, die von der Polizei zum Teil mit TrĂ€nengas attackiert wurden. Die Demonstranten versuchten dabei auch, auf den abgesperrten frĂŒheren Perlenplatz zu gelangen. Nach Angaben der Opposition wurden seit Beginn der Unruhen vor drei Jahren 164 Demonstranten getötet.cite-ref-100[100] Zudem gibt es mehr als 3000 politische HĂ€ftlinge, die systematischer Folter ausgesetzt sind.cite-ref-101[101] Laut Amnesty International wird die Meinungsfreiheit in Bahrain immer mehr eingeschrĂ€nkt.cite-ref-102[102]
Der englische High Court entschied im Mai 2014, dass die britische Exportbehörde HMRC Informationen ĂŒber den Export von Spionagesoftware nach Bahrain an die Menschenrechtsorganisation Privacy International weiterleiten muss. Die Behörde hatte gegen die deutsch-britische Firma Gamma International ermittelt, sich aber geweigert, der Menschenrechtsorganisation darĂŒber Auskunft zu geben. Der Firma wurde vorgeworfen, die in Deutschland entwickelte Spionagesoftware FinFisher ohne Genehmigung nach Bahrain exportiert zu haben. Eine bahrainische Menschenrechtsaktivistin entdeckte die Software auf ihrem Computer.cite-ref-103[103] Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kĂŒndigte daraufhin an, den Export von Spionagesoftware kĂŒnftig restriktiver zu handhaben.cite-ref-104[104]
Internationale Reaktionen
Vor VerhÀngung des Ausnahmezustandes
In einer Sondersitzung der AuĂenminister des Golfkooperationsrats am Abend des 17. Februar sicherten diese Bahrain âvollkommene UnterstĂŒtzungâ in den Bereichen âPolitik, Wirtschaft, Sicherheit und Verteidigungspolitikâ zu. US-PrĂ€sident Obama und GeneralsekretĂ€r der Vereinten Nationen Ban Ki-moon forderten dagegen ein Ende der Gewalt gegen Demonstranten.cite-ref-105[105]cite-ref-106[106]
Die AuĂenminister des Golfkooperationsrates (GCC) gaben am 10. MĂ€rz 2011 ein Hilfspaket im Umfang von 20 Milliarden Euro bekannt. Besagtes Hilfspaket soll den beiden Golfstaaten Bahrain und Oman zugutekommen. Mit Hilfe der Gelder sollen in den nĂ€chsten zehn Jahren ArbeitsplĂ€tze geschaffen werden. Ferner soll in die Infrastruktur der beiden Staaten investiert werden sowie die WohnverhĂ€ltnisse weiter verbessert werden.cite-ref-107[107]cite-ref-108[108]
Am 12. MĂ€rz 2011 traf der US-Verteidigungsminister Robert Gates ein, um GesprĂ€che mit der bahrainischen Regierung zu fĂŒhren.cite-ref-109[109] Barack Obama, der PrĂ€sident der USA, forderte die KönigshĂ€user Saudi-Arabiens und Bahrains zu maximaler ZurĂŒckhaltung auf.cite-ref-110[110]
Am 14. MĂ€rz 2011 trafen in Absprache mit dem Golf-Kooperationsrat saudische Truppen in Bahrain ein.cite-ref-focus-de-58-1[58]
WĂ€hrend des Ausnahmezustandes
Am 16. MĂ€rz 2011 erklĂ€rte der deutsche AuĂenminister Guido Westerwelle, dass die Gewalt in Bahrain beendet und durch einen Dialog zwischen Regierung und Opposition ersetzt werden mĂŒsse, wobei Deutschland auf der Seite der Demokraten stĂŒnde.cite-ref-111[111] Zudem riet das auswĂ€rtige Amt allen Deutschen, die sich in Bahrain aufhielten, das Land zu verlassen.cite-ref-112[112]
Die Ălpreise stiegen an diesem Tage durch die Ereignisse in Bahrain weiter an, weil Anleger eine Ausweitung der Unruhen auf Saudi-Arabien befĂŒrchteten.cite-ref-113[113]
Teheran kritisierte das Vorgehen des bahrainisch-saudischen MilitĂ€rs als inakzeptabel. Nach Meinung des iranischen AuĂenministeriums war es sinnvoller, auf die Demonstrationen friedlich und ohne die Einmischung auslĂ€ndischer Truppen zu reagieren. âJede Einmischung von auĂen macht die Situation nur noch komplizierterâ, so ein Sprecher des iranischen AuĂenministeriums.cite-ref-114[114]cite-ref-115[115]
Am 20. MĂ€rz kritisierte Hassan Nasrallah, GeneralsekretĂ€r der libanesischen schiitischen Hisbollah, die Regierung Bahrains wegen der Niederschlagung der Proteste. Bahrains AuĂenminister Chalid Al Chalifa bezeichnete die Kritik als unzulĂ€ssige Einmischung.cite-ref-116[116] Wenige Tage spĂ€ter behauptete er, Demonstranten seien von der libanesischen Hisbollah ausgebildet worden.cite-ref-117[117]
Nachdem neben der Regierung in Teheran und der Hisbollah auch die irakischen Schiiten-Parteien Kritik am harten Kurs der bahrainischen Regierung gegenĂŒber den Demonstranten geĂŒbt hatten, strich die bahrainische FĂŒhrung am 24. MĂ€rz alle FlĂŒge nach Irak, Libanon und Iran.cite-ref-kleinezeitung-118-0[118]
Die StraĂenverbindung zwischen Bahrain und Saudi-Arabien wurde fĂŒr den zivilen StraĂenverkehr gesperrt.cite-ref-kleinezeitung-118-1[118]
August 2013
Das US-AuĂenministerium erklĂ€rte anlĂ€sslich neuer Proteste, die Meinungsfreiheit auch in Bahrain zu unterstĂŒtzen und forderte zu Gewaltverzicht und Dialog auf.cite-ref-119[119]
Internationale Untersuchung
Eine durch König Hamad bin Isa Al Chalifa eingesetzte internationale Untersuchungskommission Bahrain Independent Commission of Inquiry (BICI) unter der Leitung des Ă€gyptischstĂ€mmigen Professors M. Cherif Bassiouni veröffentlichte am 23. November 2011 in Manama ihren 500-seitigen Bericht. Die Vorstellung wurde in Anwesenheit des Königs im arabischen Fernsehen ĂŒbertragen. DafĂŒr wurden 8.000 Dokumente gesichtet und mehr als 5.000 Zeugen befragt.cite-ref-nzzfolter-120-0[120]cite-ref-tazscheich-121-0[121]cite-ref-122[122]
Laut dem Bericht trugen die Behörden von Beginn an durch âunverhĂ€ltnismĂ€Ăige Gewaltâ zur Eskalation bei, darunter willkĂŒrliche Festnahmen, Folter und Erniedrigungen der Demonstranten.cite-ref-nzzfolter-120-1[120] Insgesamt 559 VorwĂŒrfe der Folter mittels Elektroschocks, Metall- und HolzstĂ€ben, Schlafentzug und extremen Temperaturen werden beschrieben; die beteiligten SicherheitskrĂ€ften wurden demnach nicht zur Verantwortung gezogen.cite-ref-tazscheich-121-1[121]
Laut dem Bericht sind im Rahmen der Proteste vom 14. Februar bis zum 23. November 40 Personen gestorben, darunter fĂŒnf Polizisten. Insgesamt 2.919 Personen wurden inhaftiert, 741 von ihnen befanden sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung immer noch im GefĂ€ngnis. Mehr als 4.000 Personen verloren durch die Teilnahme an den Protesten den Arbeitsplatz. Der Bericht listet 30 FĂ€lle der Zerstörung oder BeschĂ€digung von schiitischen Moscheen auf. Auch Ăbergriffe auf Sunniten und auslĂ€ndische Arbeiter werden aufgezĂ€hlt.cite-ref-tazscheich-121-2[121]
Weblinks
Commons
: Proteste in Bahrain 2011/2012
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Artikel der englischen Wikipedia ĂŒber Folter und Tote im Verlauf der Proteste ab 2011.
âą Qantara: âWir sind alle Bahrainis â keine Sunna, keine Schia!â (Memento vom 26. Februar 2011 im Internet Archive)
âą Artikel der englischen Wikipedia ĂŒber Folter und Tote im Verlauf der Proteste ab 2011.
âą carnegieendowment.org: Michele Dunne, The Deep Roots of Bahrainâs Unrest
âą Al Jazeera English: Bahrain: Shouting in the dark Dokumentation ĂŒber die Proteste
âą Bericht der Bahrain Independent Commission of Inquiry (BICI)
âą Interview des SPIEGEL mit Bahrains Premierminister Prinz Khalifa bin Salman al Khalifa, 28. April 2012
âą In Bahrain unterdrĂŒckt das Regime alle Menschen Interview mit der Vorsitzenden des âBahrain Center for Human Rightsâ Maryam al-Khawaja (Dezember 2012).
Einzelnachweise
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